Er war nach 45 in amerikanischer Kriegsgefangenschaft und das einzige Buch, das er ins Camp retten konnte, war der “Urfaust”. Den hielt er immer bei sich. Mit Mitgefangenen führte er die Geschichte auf. Weiterlesen »
Ich habe relativ früh im Studium gelernt, dass ich Zitate in Forscherveröffentlichungen unbedingt zu prüfen habe, wenn ich sie denn in meinen wissenschaftlichen Texten verwenden möchte. “zit. nach xy” zu schreiben, sei kein allzu sauberes Arbeiten und nur okay, wenn das Primärwerk nicht erreichbar sei. Für mich bedeutet das elendes Recherchieren, Bücherschleppen, das entsprechende Zitat rauszusuchen und mitunter zu begreifen, dass es aus dem Zusammenhang gerissen wurde. Für mich bedeutet die Sucherei merklichen Zeitverbrauch, und trotzdem lohnt sich’s, weil es mich auf neue Fährten bringt.
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“Hier Walt… äh Herr Wartborg. Da haben Sie den Racker. Bei Ihnen findet er zum Glück endlich ein gutes Zuhause.” Michael Mehlfuß reichte dem 80-Jährigen die Leine zu dem putzigen West Highland White Terrier. Seit einem halben Jahr kam Walther Wartborg jede Woche ins Tierheim, um einen Hund auszuwählen. Meist nahm er die weniger schnuckeligen, die an einigen Stellen schon beschädigt waren – oder alt. “Schön muss er nicht sein, aber handlich”, pflegte der alte Mann immer zu grunzen, wenn Michael fragte, warum er denn den Windhund oder den Bernhardiner nicht wollte. Das Fell des Schoßhündchens, das Walther sich diesmal geben ließ, hatte sich über die Jahre von samt nach struppig abgenutzt. Außerdem fehlte dem Hund ein Bein.
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